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Sehenswertes in der Region Großrosseln
Jagdschloss Karlsbrunn mit Forstgarten

Karlsbrunn entstand 1717, als Glasbläser hier siedelten und eine kleine Glashütte errichteten. Der umgebende Warndtwald, einst Jagdrevier der Saargaugrafen, ihrer verwandten deutschen Kaiser und Könige sowie des in späterer Erbfolge regierenden Nassau-Saarbrückischen Fürstengeschlechts, zählt zu den schönsten Forstflächen im Saarland. Eine starke, natürliche Quelle im Sandsteinfels eines Talhanges sowie der Dank der Siedler an den Landesherren, Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken, waren der Ursprung der Namensgebung: Kalsbrunn.

Das von Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken in Auftrag gegebene Jagdschloß wurde in zwei Phasen errichtet. Zunächst entstand unter Baumeister von Welling 1783 der Mittelbau. Da im Folgejahr die fürstliche Kasse durch Reparaturen an der durch ein Hochwasser beschädigten Alten Brücke in Saarbrücken arg belastet war, wurden erst 1786 die beiden Seitenflügel hinzugefügt. Balthasar Wilhelm Stengel, Sohn des fürstlichen Baudirektors Friedrich Joachim Stengel, zeichnete dafür verantwortlich. Ursprünglich diente das kleine Schloss samt Nebengebäuden als Bedienten- und Gesindewohung, als Remisen und Stallungen. Fürst Ludwig schätzte jedoch sehr oft das im stillen und wildreichen Warndtwald gelegene Anwesen als Ort für große und mehrere Tage dauernde Jagden.

Von der französischen Revolution 1793 blieb das Jagdschloß Karlsbrunn verschont. Danach in französischen Händen wurde es privat versteigert. Die Erben des Oberförsters Mühlmann verkauften es schließlich am 29. März 1842 an die staatliche Forstverwaltung. In jene Zeit reichen auch die Ursprünge des „Forstgartens“, am rückwärtigen Hang gelegen. Über Jahrzehnte pflanzten Forstbedienstete hierzulande seltene Bäume und Sträucher an und gaben dem Garten damit ein außergewöhnliches Gesicht. Gegenwärtig erfährt die Gartenanlage eine Wiedergeburt durch das Projekt „Gärten ohne Grenzen“, das planmäßig Altes bewahren und um neue Gestaltungselemente ergänzen will.


Hiwwelersch Haus
(südwestdeutsches Bauernhaus aus dem 18. Jhdt.???)



Evangelische Kirche Karlsbrunn
Die Ev. Kirche Karlsbrunn wurde 1896/97 nach Plänen des Saarbrücker Architekten Heinrich Güth in neugotischem Stil errichtet. Erhöht steht sie in der Nähe weiterer Baudenkmäler, dem Jagdschloß Karlsbrunn, dem ehem. Pfarrhaus und einem südwestdeutschen Bauernhaus aus dem 18. Jhdt.

Vor dem Neubau der Kirche verfügte Karlsbrunn nur über einen kleinen Betsaal, 1743 im Obergeschoss des Pfarrhauses eingerichtet. (((Architekt Güth zeichnete in kurzer Zeit gleich für mehrere evangelische Kirchen im Saarbrücker Raum verantwortlich. Die bedeutendste mag die Saarbrücker Johanniskirche sein, die kleinste, aber nicht minder qualitätvolle steht in Karlsbrunn.))) Bauausführung und die Ausmalung der Wände und Glasfenster verhelfen der eher kleinen Kirche zu größerer Raumwirkung. Bemerkenswert ist die weitgehend original erhaltene Innenausstattung von Altar, Kanzel, Bänken, Emporen, der Glasfenster und des Fliesenbelags. Eine Besonderheit ist die fast 50 Jahre ältere Schrankorgel, die 1849 für eine Kirche nahe Düsseldorf gebaut worden war.

Ab Mitte der 1990er Jahre erfolgten auf Initiative der Ev. Kirchengemeinde umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen. Besonders aufwändig, weil erst eine intensive Bauforschung erfolgen musste, waren die Sanierungsarbeiten der Innenfassaden. Historische Schwarz-Weiss-Fotos und weitere Befunde bildeten die Grundlage für die neue, dem historischen Vorbild gleichende, denkmalgerechte Innengestaltung.


Altes Pfarrhaus Karlsbrunn

Die Ursprünge des Ortes Karlsbrunn gehen in das Jahr 1717 zurück, als hier eine Glashütte errichtet wurde. Das Fürstenhaus zu Nassau-Saarbrücken förderte das Hüttenwesen, damit das nach zwei Kriegen wirtschaftlich brachliegende Land, und mit ihm der Fürstenhof, sich erholen konnte.

Mit der Seelsorge wurde zunächst Johann Erhard Rupp beauftragt, der als Konrektor an der Saarbrücker Lateinschule alle drei oder vier Wochen Karlsbrunn aufsuchte, Gottesdienst hielt, Kinder taufte und konfirmierte, Ehen schloss und Tote bestattete. Erst 1744 erhielt Karlsbrunn ein Gebäude, heute immer noch „Altes Pfarrhaus“ genannt, das drei Funktionen erfüllte:

- in seinem Obergeschoss wurde ein grösserer Raum als Betsaal eingerichtet
- der Pfarrer bekam einen festen Wohnsitz samt Pfarrgut
- die Schule fand in diesem Haus Unterkunft, wobei der Pfarrer gleichzeitig Schulmeister war.

Pfarrer Seidel hatte sich bereits 1731 dafür eingesetzt, ein Pfarrgut mit Äckern, Wiesen und Gärten zu erhalten, gleich den anderen Kollegen in den anderen Dörfern. Und es dauerte 11 Jahre, bis seine Idee Gestalt annahm. Neben den Frondiensten der Pfarrkinder war es eine beachtliche Summe des Stiftes St. Arnual, die den Bau des Hauses am alten Friedhof ermöglichte.


Evangelischer Friedhof

Mit der Errichtung der Glashütte entstand 1717 das Glasmacherdorf Karlsbrunn. Die Seelsorge erfolgte zunächst durch „Ehrenpfarrer“ Johann Erhard Rupp, der als Konrektor an der Saarbrücker Lateinschule alle drei oder vier Wochen Karlsbrunn aufsuchte. 1725 musste er die erste Beerdigung vornehmen, als das Kind von Johann Nicol Eisenhauer und seiner Frau Anna auf dem heutigen evangelischen Friedhof beigesetzt wurde.

Das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Information ist, dass es sich bei der Familie wohl um die Vorfahren des 34. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Dwight D. Eisenhower (1890 – 1969), handelt. Intensive Nachforschungen lassen diesen Schluß zu. Um 1723 kam der Holzhauer und Pottaschbrenner Johann Nicol Eisenhauer, noch 1722 auf der Sophienhütte (Glashütte) bei Forbach beschäftigt, nach Karlsbrunn. Im evangelischen Kirchenbuch von Karlsbrunn, das 1724 beginnt, ist er mit seiner Frau Anna Margaretha Strobel durch verschiedene Eintragungen (Geburten, Heiraten, Sterbefälle, Konfirmationen) bis 1741 vermerkt. Im gleichen Jahr wanderte er mit seiner Frau und sieben Kindern nach Amerika aus, wo er am 20. 11. 1741 mit dem Segelschiff Europa in Philadelphia gelandet ist.

Weitere genealogische Untersuchungen belegen, dass in der Tat mit grösster Wahrscheinlichkeit die Ahnen Präsident Eisenhowers aus Karlsbrunn stammen.


Nikolausweiher

St. Nikolaus zählt zu den ältesten Warndtorten. Hier, inmitten des wild- und wasserreichen Warndtwaldes, wo sich vermutlich schon in keltisch-römischer Zeit ein Quellenheiligtum befand, versammelten sich im hohen Mittelalter ritterliche Jagdgesellschaften. Auch Kaiser Barbarossa weilte als Jagdgast der Saarbrücker Grafen an dem Ort, wo um 1270 eine ansehnliche St. Nikolaus-Kirche erbaut wurde, die in den folgenden Jahrhunderten zu einem beliebten Wallfahrtziel wurde. Sie fiel im 30jährigen Krieg in Schutt und Asche. Nur noch einige verwitterte Werksteine erinnern an die jagdfrohen und frommen Zeiten.

Der vor vielen Jahrhunderten für die klösterliche Siedlung angelegte Nikolausweiher lieferte den Menschen Fische zur Nahrung und Wasserkraft zum Antreiben einer Mühle.

Neben der "St. Nicolas-Kapelle", die Mittelpunkt der klösterlichen Siedlung war, besaß der Ort aber auch einige Privathäuser, wie ein Kauf- und Leihbrief über die Mühle 1713 zeigt: 1782/83 wurde die Kapelle auf Anweisung Fürst Ludwigs abgetragen. Die Steine fanden Verwendung beim Bau des Jagdschlosses Karlsbrunn.

St. Nikolaus gehörte bis 1803 zum Bistum Metz. Im gleichen Jahr wurde das Dorf der Pfarrei Emmersweiler zugeordnet und gehört seither zum Bistum Trier. Die Einwohnerzahl war 1844 soweit angewachsen, dass ein eigenes Schulhaus errichtet werden musste; es wurde 1861 eingeweiht. Bereits 1903 erhielt St. Nikolaus ein zweites Schulhaus. Die früher selbstständige Gemeinde St. Nikolaus gehörte über 150 Jahre der Amtsverwaltung Ludweiler-Warndt an. Am 1.Januar 1974 wurde die Gemeinde aufgelöst und in die Gemeinde Großrosseln eingegliedert.
 



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